Neue Broschüre für Eltern

Schwere Gewaltverbrechen lösen Verunsicherungen und Ängste aus. Online können die Geschehnisse zeitnah verfolgt werden, und so gelangen Terroranschläge im Ausland auch in unsere Stuben. Für Eltern kann es schwierig sein, mit ihren Kindern über die schockierenden Bilder zu sprechen. Unsere Interventionsstelle gegen Radikalisierung und gewalttätigen Extremismus (IRE) bietet deshalb Unterstützung an.

Der Leiter IRE, Daniele Lenzo, hat in enger Zusammenarbeit mit weiteren Fachstellen und Experten die Informationsbroschüre «Mit Kindern über Radikalisierung und Extremismus sprechen» entwickelt. Diese gibt Antworten auf zehn oft gestellte Fragen und enthält wertvolle Tipps für die Gesprächsführung. Die Broschüre ist online verfügbar. Gedruckte Exemplare können bei Bedarf bei der Präventionsabteilung der Kantonspolizei bestellt werden.

Die IRE stellt als kantonale Anlaufstelle zum Thema Radikalisierung und Extremismus weitere niederschwellige Informations- und Beratungsangebote zur Verfügung. Sie kann zum Beispiel für Vorträge in Elternvereinigungen oder für die Mitgestaltung von Workshops angefragt werden.

Die IRE leistet auch einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Nationalen Aktionsplans zur Verhinderung und Bekämpfung von Radikalisierung und gewalttätigem Extremismus, der am 7. Dezember 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Früherkennung von Radikalisierungstendenzen – sei es in Schulklassen, Sportvereinen oder anderswo – ist der Schlüssel für erfolgreiche Präventionsarbeit. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Helfen Sie uns dabei, indem Sie uns verdächtige Beobachtungen melden.

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Strategiewechsel bei Extremisten

Der Hamburger Verfassungsschutz verzeichnet in allen Extremismus-Bereichen Zulauf und sieht einen Strategiewechsel bei der Rekrutierung neuer Anhänger. Behördenleiter Torsten Voß sprach von einem neuen Phänomenbereich. „Wir nennen das Entgrenzung“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Es wird versucht, über die Besetzung gesellschaftlich relevanter, populärer Themen, oft auch unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, neue Anhänger in der demokratischen Mitte der Gesellschaft zu gewinnen, die Grenzen verschwimmen zu lassen.“ Dies zeige sich sowohl bei Links- und Rechtsextremisten wie auch im Bereich Islamismus.

In allen Bereichen nehme die Zahl der Anhänger zu. „Der Extremismus steigt insofern in allen Bereichen an“, sagte Voß. Der Schwerpunkt seiner Behörde liege aber weiterhin bei der Aufklärung des Islamismus und hier besonders des Salafismus. Mit inzwischen rund 800 Salafisten habe sich das Potenzial in den letzten vier Jahren in Hamburg fast vervierfacht, „auch, weil wir das Dunkelfeld aufklären konnten“.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 31.12.2018

Extremismus im Netz erkennen – Radikal getarnt

Sie tragen Springerstiefel, vermummen ihre Gesichter oder tragen lange Bärte – alles Erkennungsmerkmale von politischen Extremisten? Möglicherweise. Aber nicht online. Hier treten Extremisten gerne stylisch, jung und modern auf – und sprechen dabei genau die an, die sie für sich gewinnen wollen: euch!

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Neue Geschäftsführerin per 1. Januar 2019

Laurent Luks, der bisherige Geschäftsführer, wird  neuer Leiter Fachstelle Radikalisierung der Stadt Bern.
Die  Stelle der Geschäftsführung BEGS wird  per. 1.1.2019 durch Frau Preethi Nair besetzt.
Preethi Nair war die letzten 16 Jahre im Bereich Kommunikation und Sponsoring bei einer Grossbank tätig.

Pilotprojekte Gegennarrative und alternative Narrative

Gerade Jugendliche und junge Erwachsene sind besonders anfällig für gewalt-extremistische Propaganda, wie sie in den sozialen Netzwerken verbreitet wird. Angesichts extremistischer politischer oder religiöser Ideologien, die zu Gewalt und sozialer Isolation führen, ist die Bereitstellung und Verbreitung von Gegennarrativen und alternativen Narrativen in Form von Videos oder Slogans eine erfolgversprechende Strategie zur Prävention des Phänomens.

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Das kommende Kalifat?

Der »Islamische Staat« (IS) wurde in seinen syrisch-irakischen Kerngebieten zwar für besiegt erklärt, doch hat er sich mittlerweile in andere Regionen ausgebreitet. Dies betrifft auch Asien, einen Kontinent, auf dem mehr als 500 Millionen Muslime leben. Zu den Ländern, in denen IS-affiliierte Grup- pen 2017 verstärkt aufgefallen sind, gehören unter anderem Afghanistan, Indonesien und die Philippinen. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie das Auftreten des IS in Asien, die Reaktionen darauf und die Auswirkungen des Phänomens auf nationale und regionale Stabilität.

Die Befunde der Studie entkräften zunächst Befürchtungen, es könnte in der Region zu einer raschen Wiedergeburt des IS kommen. Es gibt derzeit keine Anzeichen, dass sich die Erfolge der Organisation auf irakischem
und syrischem Gebiet kurz- bis mittelfristig in Teilen Asiens wiederholen werden. Den dortigen IS-Ablegern fehlt es dafür an militärischer Stärke, logistischer Infrastruktur und lokaler Verankerung. Die Gewaltaktionen asiatischer IS-Ableger beschränken sich vielerorts auf sporadische Anschläge und Vorstöße. Militärische Siege über den vermeintlichen Gegner oder dauerhafte Geländegewinne werden dabei nur selten erreicht.

Dies sollte jedoch nicht zur Einschätzung verleiten, der IS in Asien sei lediglich ein Schreckgespenst. IS-Gruppen dort profitieren, wie andere militante Akteure auch, vielfach von Legitimitätsdefiziten politischer Eliten und der Schwäche staatlicher Strukturen. Und gerade weil solche Gruppen weitgehend unabhängig von der Zentrale des IS entstanden sind, ist dessen militärische Niederlage in Syrien und Irak kein Garant dafür, dass die Ableger in Asien ebenfalls geschwächt sind oder auseinanderfallen.

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